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Vanilla ist eine dieser Hündinnen, bei denen man direkt stehen bleibt – weil sie mit ihren ca. 66-67cm nicht nur groß und stattlich ist, sondern vor allem eins: wunderschön. Ihr cremefarbenes, etwas verfilztes Fell lässt erahnen, wie prachtvoll sie einmal aussehen wird, wenn Vanilla in ihrem neuen Zuhause gepflegt wird. Dazu dieser treudoof-süße Blick, der tief ins Herz geht – schüchtern, offen, neugierig und irgendwie süß.
Dabei begann ihr Weg bei uns traurig: Sie wurde von den Hundefängern auf dem Gelände einer Baufirma aufgegriffen – niemand suchte nach ihr, niemand fragte nach ihr. Im Shelter wollte sie anfangs gar nicht aus dem Käfig. Immer wieder lief sie zurück, als hätte sie gelernt, dass draußen nichts Gutes wartet. Doch dann ließ sie Nähe zu und zeigte, was für eine liebe, verschmuste und zugängliche Hündin in ihr steckt. Selbst das mühsame Entfilzen ihres vernachlässigten Fells ließ sie ganz ruhig über sich ergehen.
Mit anderen Hunden zeigt sich Vanilla im stressigen und lauten Shelteralltag eher eigenständig und hat manchmal Schwierigkeiten, Nähe zu anderen Vierbeinern zuzulassen – vor allem, wenn Menschen in der Nähe sind, deren Aufmerksamkeit sie sich gerne exklusiv sichern möchte. Sie ignorierte anfangs den Rüden, reagierte aber dann ziemlich eifersüchtig auf menschliche Zuwendung. Im Erstkontakt mit einer Hündin zeigte sich Vanilla eher dominant und auch etwas frech.
Dieses Verhalten kann unter anderem durch die unsichere und reizüberflutete Umgebung im Shelter geprägt sein. Man darf aber auch hier nicht vergessen, dass wir nicht wissen, welche Erfahrungen Vanilla in ihrer Vergangenheit gemacht hat. In einem ruhigen, strukturierten Zuhause, mit klarer Führung, Geduld und Unterstützung durch eine positiv arbeitende Hundeschule oder erfahrene Trainer*innen, könnte Vanilla durchaus lernen, gelassener mit Artgenossen umzugehen.
Aktuell vermitteln wir sie aber bevorzugt als Einzelprinzessin – nicht, weil sie „unverträglich“ ist, sondern weil sie den Raum und die Exklusivität verdient hat, um erst einmal anzukommen. Über ihre Verträglichkeit mit Katzen können wir derzeit leider nichts sagen.
Mit ihren etwa fünf Jahren ist Vanilla in einem guten Alter für einen Neuanfang – bereit, neu zu lernen, aber keine wilde Hummel mehr. Sie hat allerdings noch so gut wie nichts vom Leben in einem Zuhause kennengelernt. Das bedeutet: Sie muss das gesamte Hunde-1×1 noch lernen – Stubenreinheit, Leinelaufen, Alleinbleiben, Alltagssituationen, Begegnungen mit fremden Menschen und Hunden, Straßenverkehr, Hausgeräusche und vieles mehr.
Was sie dafür braucht? Menschen mit viel Geduld, Erfahrung oder der Bereitschaft, sich intensiv mit Hundeverhalten auseinanderzusetzen. Menschen, die nicht erwarten, dass Vanilla vom ersten Tag an „funktioniert“, sondern bereit sind, ihr in kleinen, verständnisvollen Schritten die Welt zu zeigen.
Sie braucht Menschen, die Missgeschicke mit einem Lächeln wegstecken können – wenn mal was daneben geht, ein Teppich dranglaubt oder der Spaziergang nicht so läuft wie geplant. Menschen, die auf positive Verstärkung setzen, sie liebevoll anleiten, statt zu korrigieren – und erkennen, wie sensibel sie auf Druck reagieren könnte.
Vanilla braucht eine klare, ruhige Führung, feste Routinen und ein verlässliches Umfeld, in dem sie Sicherheit und Vertrauen entwickeln darf. Sie braucht nicht nur körperliche Auslastung – durch Spaziergänge, Denkspiele oder gemeinsame Abenteuer –, sondern auch geistige Beschäftigung, damit sie sich entfalten kann.
Auch regelmäßige Fellpflege sollte nicht unterschätzt werden: Ihr schönes, helles Fell muss gepflegt werden, damit sie sich wohlfühlt und wieder so richtig strahlen kann.
Vanilla ist vermutlich eher kein Anfängerhund – aber einer, der mit der richtigen Begleitung über sich hinauswachsen kann. Wer sich auf sie einlässt, bekommt eine treue Begleiterin mit Charakter, Herz und ganz viel Potenzial.
Ein Zuhause mit sicher eingezäuntem Garten wäre ideal, ebenso wie der Besuch einer positiv arbeitenden Hundeschule. Vanilla braucht Struktur, Sicherheit und liebevolle Führung – dann wird sie sich entwickeln dürfen, wie sie es so lange nicht konnte.
Vanilla reist gechipt, geimpft, kastriert, entwurmt und mit EU-Heimtierausweis. Aufgrund ihrer verkürzten Rute darf sie leider nicht in die Schweiz vermittelt werden. Die Vermittlung erfolgt nach positiver Vorkontrolle und gegen eine Schutzgebühr in Höhe von 500 Euro. Auch eine Pflegestelle wäre für Vanilla ein wertvoller Start in ein besseres Leben.
https://einherzfuerstreuner.de/project/vanilla/