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Barf – Hohe Keim Gefahr beim barfen

Ist Barfen wirklich besser?

Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer. Doch was genau steht hinter dem Begriff Barf und wo liegen die Risiken?

Barf steht für «biologisch, artgerechte Rohfütterung». Dabei bekommen die Vierbeiner rohes Fleisch (Muskelfleisch und Innereien), Knochen, rohes Gemüse und Obst sowie verschiedene Öle und Kräuter. Dieses Ernährungskonzept basiert auf den Fressgewohnheiten von wildlebenden Fleischfressern.

Klingt im ersten Moment erstmal ganz gut, doch eine Studie zeigte nun, dass diese Ernährungsform auch ihre Risiken birgt.

Aufgrund fehlender oder mangelhafter Beratung & Informationen geraten viele Tiere schnell in eine Über- oder Unterversorgung. Frauchen & Herrchen besorgen die Barf-Zutaten beim Fleischern, im Fachhandel oder online, ohne vorherige Beratung bei einem Spezialisten, z.B. bei einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt.

Bekommen die geliebten Vierbeiner dann (zu) viel rohes Fleisch, sind sie schnell mit Kalzium unterversorgt. Um das auszugleichen, müssten Halter zusätzlich Knochen, Knochenmehl oder entsprechende Präparate geben.
Steht zu viel Leber auf dem Speiseplan, kommt es zu einer Überversorgung an Vitamin A.

Leider sind aufgrund der fehlenden Information viele Besitzer noch immer der Meinung, dass der Bedarf an Nährstoffen und Vitaminen auch schubweise gedeckt werden kann. Allerdings ist durch das Ausbleiben einer konstanten Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen das Risiko sehr groß, dass der Nahrungs- und Hormonhaushalt der Vierbeiner schnell durcheinander kommt.

So können neben stumpfem Fell auch weitaus gravierendere Schäden wie ein erhöhtes Infektionsrisiko, eingeschränkte Organfunktion oder Verhaltensstörungen auftreten. Auch Knochenentkalkung und ein erhöhtes Krebsrisiko stehen auf der Liste der möglichen Folgen.
Zudem kommt es auf lange Sicht bei einer regelmäßigen Über- oder Unterversorgung zu einer verkürzten Lebenserwartung, da Fehler bei der Ernährung oftmals sehr spät oder gar nicht entdeckt werden.

Abgesehen von dem Versorgungsproblem bietet rohes Fleisch Keimen ein ausgeprägtes Lebensumfeld. So brachte eine Studie aus Zürich zum Vorschein, dass beinahe alle von ihnen getesteten Rohfleischprodukte stark keimbelastet waren. Einige sogar mit antibiotikaresistenten Keimen.

Diese Keime können sich beim Füttern auch auf den Menschen übertragen und können vor allem Schwangeren, Kleinkindern oder älteren Personen gefährlich werden.

Um ein Übertragungsrisiko zu minimieren, sollte darauf geachtet werden, eine Reihe an Hygienemaßnahmen einzuhalten. So sollte Fleisch stets konstant kühl gelagert werden. Optimalerweise in einem eigenen Kühlschrank. Auch für die Zubereitung sollte ein eigener Arbeitsplatz gewählt werden, an welchem ausschließlich die Mahlzeiten der Vierbeiner zubereitet werden.

Wer seinen vierbeinigen Freund also gerne barfen möchte, sollte dies unbedingt nach genauer Absprache und Planung in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt durchführen. Zudem sollten die oben genannten Hygienemaßnahmen eingehalten werden, um sich selbst und das Tier zu schützen.

Außerdem sollte bei den kleinsten Auffälligkeiten ein Tierarzt zu Rate gezogen werden, um eine mögliche Über- oder Unterversorgung, sowie eine Keimbelastung auszuschließen.

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