Home / Allgemein / Blaualgen-Vergiftung: Hund stirbt nach Baden im See

Blaualgen-Vergiftung: Hund stirbt nach Baden im See

Merching, Bayern – Nach einem Aufenthalt am Mechinger Mandichosee ist ein Hund gestorben. Die Polizei geht davon aus, dass es sich hierbei um eine Blaualgen-Vergiftung handelt. Bereits zwei Jahre zuvor, wurde an gleicher Stelle eine zwar eher seltene, dafür aber sehr gefährliche Blaualgengattung namens „Tychonema“ festgestellt. Seit diesem Fund wurden große Informationstafeln am See angebracht, die darauf hinweisen. Denn das Verschlucken einer größeren Menge an Blaualgen kann gefährlich sein – ganz besonders für Kleinkinder und Hunde.

Am Mittwoch, den 21. Juli, wurde das Gesundheitsamt informiert, dass ein Hund nach einem Aufenthalt am Mandichosee gestorben ist. Man geht von einer Vergiftung aus. Aus diesem Grund wurde noch am selbigen Tag Wasser aus dem See entnommen und in das Labor geschickt. Das Labor bestätigte nun am Donnerstag, den 22. Juli, dass das Ergebnis positiv ausgefallen sei und die Probe aus dem Mandichosee Blaualgen enthielt. Das Gesundheitsamt hat umgehend ein sofortiges Badeverbot angeordnet, da man sich noch im Unklaren ist, um welche Art von Blaualgen es sich handelt.

Was sind Blaualgen?

Blaualgen sind nichts anderes, als Bakterien (Canobakterien). Diese sind überall im Wasser zu finden und bei normaler Konzentration völlig ungefährlich. Nur ein Teil der Cyanobakterienspezies bildet Gifte, sogenannte Toxine, die bei bestimmten Konzentrationen Einfluss auf die Gesundheit von Mensch und Tier haben können. Wenn sich diese giftigen Blaualgen massenhaft als Algenblüten ausbilden, kann für Badende ein gesundheitliches Risiko entstehen. Für Menschen sind Blaualgen zwar nicht tödlich giftig, aber dennoch sehr unangenehm. Auf der Haut können die Blaualgen Ausschlag verursachen, welche die Schleimhäute reizen oder eine Bindehautentzündung auslösen können. Wenn man sie verschluckt, können sie für Übelkeit, Durchfall und Erbrechen sorgen. Insbesondere geschwächte, kranke und ältere Menschen sind gefährdet sowie kleine Kinder, die beim Planschen im Wasser unbemerkt schnell und viel Wasser schlucken können.

Blaualgen töteten mehrere Hunde bereits in der Vergangenheit

Die Tychonema sorgte im Frühjahr 2017 in Berlin bereits für Aufsehen. Damals starben innerhalb kürzester Zeit mehrere Hunde rund um den Tegeler See. Man vermutete zunächst einen Hundemörder hinter den rätselhaften Fällen, der heimlich Giftköder auslegte. Doch die Spuren führten direkt zum See, denn alle Hunde hatten im Tegeler See gebadet und dabei unweigerlich Wasser geschluckt. Eine Wasserprobe ergab, dass es mit Tychonema belastet war. Diese Blaualgen produzieren das Gift Anatoxin A, welches als tödliches Nervengift für Hunde bekannt ist. Auch andere Tiere können durch das Gift von Blaualgen sterben, so zum Beispiel Rinder und Enten.

Wenn Behörden ein Badeverbot anordnen, ist es zu empfehlen zum Schutz von Mensch und Tier dies zu beherzigen.

Schreibe einen Kommentar

Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zur Verbesserung Ihres Online-Erlebnisses zu. Weitere Informationen zu den von uns verwendeten Cookies finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen. OK