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Haustierboom: Immer mehr Anfeindungen gegen Tierheime

Gerade während der Coronazeit gibt es viele Anfragen zu Adoptionen von Tierheimtieren. Jeder wünscht sich nur das Beste für diese Tiere. Doch niemand weiß wie es hinter den Kulissen aussieht und das vermehrte Anfeindungen, Angriffe und Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern von Tierheimen stattfinden. Die Corona-Pandemie hat dies sogar noch verschärft.

Unser Partnertierheim „Tierschutzverein München e.V.“ hat hierzu einmal Stellung genommen:

Auch wir haben seit Beginn der Corona-Beschränkungen mit einer erheblich erhöhten Nachfrage vor allem nach jungen Hunden und Katzen zu tun. Unverständnis darüber, dass wir nicht jedem zu jeder Zeit genau das gewünschte Tier (Alter, Rasse, Eigenschaften) „anbieten“ können, schlägt uns nicht erst seit Corona entgegen, häuft sich aber natürlich durch die gestiegenen Anfragen.  Den Vorwurf, eigentlich gar keine Tiere vermitteln zu wollen, überzogene Ansprüche an die Haltung zu stellen und es den gutmeinenden Interessenten so völlig unmöglich zu machen, ein Tier zu „retten“, kennen wir zur Genüge. Deshalb sind wir auch am illegalen Welpenhandel schuld, nicht etwa die Käufer, die für die entsprechende Nachfrage sorgen oder gar die Händler selbst, die für den Profit über Leichen gehen. Besonders nach Beschlagnahmungen der zahlreichen illegalen (Welpen-) Transporte aus dem Ausland stehen die Telefone nicht still. Trotz deutlicher Kommunikation nach außen, dass die Tiere vom Veterinäramt beschlagnahmt wurden, meist zunächst in Quarantäne sitzen und vom Amt erst noch entschieden wird, ob wir die Tiere vermitteln dürfen, bestehen die Interessenten darauf, einen Hund (ungesehen!) zu reservieren oder doch zumindest auf eine (nicht existierende!) Warteliste aufgenommen zu werden. Dass das Führen einer Warteliste einen für ein Tierheim nicht leistbaren Aufwand bedeuten würde, stößt häufig auf Unverständnis.  Das Tierheim wird als Dienstleister betrachtet, der die Kundenwünsche bestmöglich zu bedienen hat, die Tiere als Ware, die Beschlagnahmung eines Transports wegen eklatanter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz als reine Lieferverzögerung. Für letztere wird dann das Tierheim verantwortlich gemacht, in dem die Tiere untergebracht werden.

Tierschutzheim München e.V.

Viele nehmen wohl mit dem Tierheim Kontakt auf, in der Hoffnung, schnell ein neues Haustier zu finden und mit nach Hause zu bringen. Aber: Eine gute Vermittlung erfordert Zeit und Arbeitl Es gibt hierzu Auflagen und Regeln, denen Tierheimmitarbeiter folgen müssen. Passt das Tier in die neue Familie? Sind die neuen Wohnungsverhältnisse passend? Hat die Familie genügend Zeit sich besonders in der ersten Zeit (Eingewöhnungsphase) um das Tier zu kümmern? Dies und viele weitere Aspekte müssen bei einer Vermittlung gut durchdacht sein. Zudem gibt es auch oftmals mehrere Interessenten für ein bestimmtes Tier.

Man darf nie vergessen: Auch wenn es für Sie verhältnismäßig eher eine kurze Zeit Ihres Lebens sein wird, in der das Tier bei Ihnen sein wird, ist es für das Tier sein ganzes Leben. Daher soll das Zusammenleben für Tier und Mensch passend und schön sein.

Auf Grund von Corona steht die Vermutung nah, dass gerade derzeit der Wunsch nach einem neuen Haustier oft aus Langeweile oder Einsamkeit entsteht. Ganz besonders Hundewelpen erfreuen sich großer Beliebtheit. Daher bitten wir eindringlich sich zweimal zu überlegen, ob man sich der Verantwortung eines neuen Haustieres auch für sein gesamtes Leben stellen kann und möchte.

Wir bitten daher alle Interessenten, Ruhe und Geduld zu bewahren, schließlich möchten wir alle nur das Beste für die Tiere. Es gibt so viele wundervolle Tiere, die auf ein neues Zuhause warten.

Daher möchten wie eine Aktion starten und jeden bitten, eine kleine Nettigkeit bei dem Tierheim seines Ortes oder Wunsches zu hinterlassen. Ein freundliche Nachricht auf der Social Media Seite oder im Briefkasten, ein kleines Präsent – vielleicht einen selbstgebackenen Kuchen oder gerade zur heißen Sommerzeit ein leckeres (selbstgemachtes) Eis – , oder einfach das Angebot, im Tierheim einmal auszuhelfen oder mit einem Hund Gassi zu gehen. Gemeinsam sind wir stark und überwinden diese schwere Zeit.

Originalbeitrag von unserem Partnertierheim Tierschutzverein München e.V.: https://www.tierschutzverein-muenchen.de/aktuell/aus-dem-tierheimalltag.html

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