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Warum Einzelhaltung bei Kaninchen tabu ist

Wenn das Thema “Haustier” im Raum steht, gerät das Kaninchen immer mehr in den Fokus. Ein kleines Tier, dass als anspruchslos und pflegeleicht gilt – klingt erstmal perfekt. Doch ganz im Gegenteil. Die Haltung der flauschigen Vierbeiner erfordert viel Zeit und Wissen, um ihren Bedürfnissen möglichst artgerecht nachzukommen.

Kaninchen gehören zu den sozial lebenden Tieren und haben daher ein tief verwurzeltes Bedürfnis auf Kontakt mit Artgenossen. In freier Natur leben sie in Gruppen in einem gemeinsamen Revier, in dem sie ihre Bauten haben. Innerhalb dieser Kaninchengruppen gibt es meist sogar eine feste Rangordnung zu beobachten.

Zudem ist ein Großteil des Verhaltensrepertoires der Nager darauf ausgelegt, ein Zusammenleben mit ihren Artgenossen zu führen: Sie warnen sich gegenseitig durch Klopfzeichen wenn Gefahr droht, fordern durch Anstupsen Aufmerksamkeit von einem Partner ein, putzen sich gegenseitig und liegen oftmals stundenlang beieinander, um sich gegenseitig zu wärmen und die Bindung untereinander zu stärken.

Selbst wenn Sie sich intensiv um Ihren flauschigen Mitbewohner kümmern, können Sie mit keinerlei Beschäftigung und Zuwendung ein anderes Kaninchen ersetzen. Daher sollten Sie, wenn Sie sich für die Haltung eines Kaninchens entscheiden, immer mindestens zwei halten, um ihnen ein glückliches Kaninchenleben zu ermöglichen. Die Einzelhaltung von Kaninchen ist sogar mittels des allgemeinen Tierschutzgesetzes verboten.

Weshalb werden dann immer noch rund 5% der in Deutschland lebenden Kaninchen alleine gehalten? Einer der Hauptgründe ist die Annahme, dass viele Besitzer ihr Kaninchen für unverträglich halten. Das ist jedoch ein Irrglaube und hinter der vermeintlichen Unverträglichkeit liegen oftmals Vergesellschaftungsfehler oder (unerkannte) Krankheiten.
Bei entsprechenden Problemen stehen, neben dem Tierarzt, auch Kaninchen-Experten aus entsprechenden Schutzorganisationen oder Notstationen gerne hilfreich zur Seite.

Ein weiterer Irrglaube rund um das Thema der Kaninchenhaltung ist die Annahme, dass ein anderes Nagetier als Partner ausreichend ist. So wird leider in einigen Zoohandlungen oder andernorts empfohlen, Kaninchen beispielsweise mit einem Meerschweinchen zusammen zu halten. Damit ist jedoch weder dem Kaninchen, noch dem Meerschweinchen geholfen. Diese werden nicht miteinander interagieren, wie mit einem Artgenossen und leben “gemeinsam einsam” nebeneinander her.

Neben physischen und seelischen Folgen, hat die Einzelhaltung auch Auswirkungen auf das körperliche Wohl der Vierbeiner. So bewegen sich allein lebende Kaninchen deutlich weniger als diese, die in einer Gruppe leben. Zudem fressen sie aus Langeweile, was zusammen mit dem Bewegungsmangel schnell zu krankhaftem Übergewicht führen kann. Somit steigt das Risiko einer Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems und die Lebenserwartung sinkt.

Damit Ihr Kaninchen also nicht nur ein langes, sondern ein glückliches Leben führt, sollten Sie es niemals alleine, sondern immer mit mindestens einem Artgenossen halten.

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