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Qualzucht

Qualzucht – Wenn Schönheitsideale zu Leid und Schmerz führen

Obwohl solche Qualzucht per Gesetz verboten sind, finden sie kein Ende, der Grund: sie sind juristisch nur schwer zu fassen, weshalb es selten zur Strafverfolgung gegen die Züchter kommt. Daher ist es umso wichtiger, die steigende Akzeptanz dieser Zucht zu beenden und ein Umdenken in den Köpfen der Menschen anzuregen.

Viele beliebte Tierrassen leiden aufgrund ästhetischer oder leistungsorientierten Idealen unter vielerlei Beschwerden: Atemnot, Entzündungen und schwerwiegende Gelenkerkrankungen sind nur einige der Dinge, mit denen viele Tiere ihr Leben lang zurecht kommen müssen.

Egal ob Bulldoggen, Möpse oder einige Spaniel-Rassen, sie alle teilen rassebedingte Krankheitsprobleme wie Atem- und Herzprobleme, die bei ihnen deutlich häufiger vorkommen, als bei anderen Rassen oder Mischlingen. Gleiches gilt für einige Katzenrassen, wie beispielsweise Perser- oder Sphinx-Katzen.

Vermeintliche Fehler wie Änderungen in den Gliedmaßen, das Ausbleiben von Fell oder geänderte motorische Fähigkeiten gelten bei vielen Rassen nicht als Fehler, sondern sind teil eines definitierten Zuchtzieles und daher vom Züchter erwünscht.

Doch nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild nehmen diese Fehler Einfluss: Viele innere Organe, wie der Darm oder auch das Nervensystem leiden unter den gezüchteten Veränderungen. Neben Hunden und Katzen, sind auch immer mehr Kleintiere, wie beispielsweise die Widder Kaninchen betroffen. Ihre Schlappohren führen zu einem deutlich erhöhten Risiko an Ohrenentzündungen oder Taubheit zu erkranken.

Besonders große Rassen, wie der Deutsche Riese leidet aufgrund seines hohen Gewichtes oftmals an Gelenk- und Kreislaufproblemen.
Bei vielen dieser Rassetiere liegt die Lebenserwartung deutlich hinter dem Durchschnitt. Ihr Leben ist kurz und meist voller Schmerzen.

Auch Exoten wie einige Vögel, Fische oder Reptilien bleiben mit qualvollen Zuchten nicht verschont. Viele sind aufgrund vermeintlicher Schönheitsideale in ihrer Bewegung eingeschränkt oder weisen teils starke Verhaltensstörungen auf.

Neben den Zuchtänderungen aus ästhetischen Gründen, gibt es Bereich der Nutztiere eine lange Liste an Qualzucht en, die eine optimierte Leistung zum Ziel haben. Beispielsweise leiden viele Hühner aufgrund einer optimierten Legeleistung unter geschädigten Knochen- & Oranstrukturen. Gleiches gilt für Schweine, die binnen kürzester Zeit enorm an Gewicht zunehmen müssen.

Zusätzlich zu Deformationen und Strukturveränderungen, leiden viele an Herz-Kreislauf-Problemen, nicht selten führt dies schnell zum Tod.
Milchkühe die zuchtbedingt besonders viel Milch geben, büßen ihre Fruchtbarkeit ein und werden daher in der Regel bereits mit 5 Jahren geschlachtet – dabei beträgt die durchschnittliche natürliche Lebenserwartung rund 20 Jahre.

Aus diesen und vielen weiteren Gründen ist neben einer konkreten Gesetzgebung seitens des Bundes vor allem ein Umdenken bei Züchtern und (potentiellen) Tierbesitzern notwendig. Neben dem Überdenken einiger Zuchtstandards, sollte die Priorität auf gesunden und glücklichen Tieren liegen, nicht auf äußeren oder leistung bedingten Merkmalen. 

Nur so ist es möglich die Qualzucht auf lange Sicht hin zu mindern oder gar komplett abzuschaffen.

Hörenswert dazu ist auch der Podcast von der Tierärztin Doc Polli. In ihrem Podcast gibt es viele hilfreiche Informationen rund um’s Haustier. In der Folge drei gibt sie wichtige Hinweise zur Anschaffung eines Haustiers. Hört einfach mal rein.

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