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Chinaseuche: Kaninchenseuche rhdv2 – so schützen Sie Ihren Liebling

Unter der Kaninchenseuche “Rabbit Haemorrhagic Disease (RHDv2) oder auch Chinaseuche, versteht man die derzeit gefährlichste Seuche für die süßen Nagetiere. Diese Krankheit befällt Kaninchen aller Rassen, sowohl wilde, als auch domestizierte Tiere.

1984 konnte das Virus erstmals in der Volksrepublik China nachgewiesen werden und tritt seitdem weltweit auf. Seit 1986 auch in Westeuropa und Deutschland.

Der besonders aggressive Virusstamm RHDV2 konnte 2010 erstmals nachgewiesen werden und führt bei ungeschützten Tieren mit nahezu hundertprozentiger Chance zum Tode. Neben seiner sehr hohen Sterblichkeitsrate unterscheidet sich dieser Stamm zum herkömmlichen RHDv2-Virus darin, dass er bereits sehr junge befällt, ab der 3. Lebenswoche.

Erkrankte Tiere zeigen nach einer Inkubationszeit von 1 bis 3 Tagen die ersten Symptome: Fieber, Appetitverlust, Unruhe, Atemnot oder blutiger Ausfluss können Hinweise auf eine Ansteckung mit dem Virus sein.
Bei einer sehr aggressiven Verlaufsform sterben die Tiere innerhalb weniger Stunden, ohne die zuvor genannten Anzeichen. Todesursache sind dabei Veränderungen und Schädigungen der Leber und Blutungen in Lunge oder Luftröhre.


Sollte ein Tier trotz allem die Ansteckung überleben, kann es das Virus auch Monate nach der Ansteckung übertragen. Eine Immunisierung findet dabei nicht statt.

Über Parasiten wie Milben, Flöhe oder Läuse überträgt sich der Virus von einem aufs andere Tier, aber auch durch eine Tröpfcheninfektion über Se- und Exkrete eines erkrankten Kaninchens.

Aufgrund der hohen Sterberate, sowie der einfachen übertragung von Tier zu Tier ist es enorm wichtig, einige Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.
An erster Stelle steht dabei eine Impfung aller Tiere, auch der ganz jungen. Des Weiteren ist es sinnvoll, die Zuchttiere bereits vor Beginn der Zuchtsaison zu impfen. Auf diesem Wege werden die Jungtiere zum Zeitpunkt ihrer Geburt mit den mütterlichen Antikörpern geschützt, bevor sie selbst eine Dosis des Impfstoffes erhalten.


Neben der Impfung ist es zudem besonders wichtig, neue Tiere für einige Zeit in Quarantäne zu stellen, bevor sie dem bereits bestehenden Bestand hinzugefügt werden. Auch ein Schutz des Geheges gegen Überträger von Außen ist sinnvoll. So schützt ein Mückenschutz die Vierbeiner vor einer parasitäre Übertragung des Virus über Stechmücken. Aber auch gegen Eindringen wilder Kaninchen sollte der Stall ausreichend gesichert sein.

Sollte trotz allen Vorsichtsmaßnahmen ein Tier erkrankt sein, muss es unverzüglich von den anderen separiert werden. Der komplette Stall, sowie alle Geräte und Hilfsmittel müssen anschließend gründlich gereinigt und desinfiziert oder erneuert werden.

Da es keine medikamentöse Behandlung gegen das Virus gibt, ist eine Impfung besonders ratsam für alle Kaninchenbesitzer. So sind nicht nur die eigenen Tiere geschützt, sondern das Ausbreiten des Virus kann eingedämmt werden und schützt somit auch andere Bestände, wild sowie domestiziert.

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