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artgerechte Pferdehaltung

Pferdehaltung – Was muss beachtet werden?

Um eine möglichst artgerechte Pferdehaltung zu bieten, müssen die Grundbedürfnisse nach Bewegung, Beschäftigung und vor allem sozialen Kontakten mit Artgenossen ausreichend erfüllt werden.

Einzelhaltung in teils isolierten Boxen mit keinem oder wenig Auslauf sind daher absolut tabu. Solche Haltungsformen schaden nicht nur der Gesundheit des Pferdes, sondern führen zu teils massiven psychischen und seelischen Störungen.

Glücklicherweise gehören solche extremen Vorstellungen der Pferdehaltung meist der Vergangenheit an und sind heutzutage eher selten vorzufinden.
Immer größer werden die Bemühungen, die Konzepte artgerechter Pferdehaltung möglichst nah an ein Leben in freier Wildbahn anzupassen: Gruppenhaltung in Offenlaufställen mit speziellen Bereichen für Futter oder Pflege.

Dennoch nimmt die Einzelboxhaltung meist noch den größten Teil der Haltungsformen ein. Jedoch nicht komplett isoliert von Artgenossen, sondern in nachbarschaftlichen Verhältnissen mit gemeinsamer Zeit auf der Weide oder dem Auslauf.
Nichts desto trotz können Pferde in Einzelhaltung nicht ihrer angeborenen Verhaltensweisen als Flucht- & Herdentier ausleben. Je weiter sich die Haltung von einem natürlichen Vorbild entfernt, desto größer ist die Gefahr, dass das Tier an Erkrankungen der Bewegungs- oder Verdauungsorganen erkrankt oder Verhaltensstörungen auftreten.

Pferde haben evolutionär bedingt einen ausgeprägten Bewegungsdrang. In freier Wildbahn verbringen sie viele Stunden am Tag einige Kilometer zurück, sei es beim Abgrasen von Weideflächen oder auf der Flucht vor potentiellen Gefahren. Fehlt diese tägliche Bewegung, wirkt sich das negativ auf Knochen, Gelenke, Muskeln, sowie den kompletten Bewegungsapparat des Tieres aus.

Neben mangelnder Bewegung sind die fehlenden Interaktionsmöglichkeiten mit Artgenossen das zweite Hauptproblem der Einzelboxhaltung. Pferde sind Herdentiere und äußerst sozial. Sie bilden eine Hierarchie in ihrer Gruppe, betreiben gegenseitige Fellpflege oder spielen miteinander.

Zudem kommt es bei dieser Haltungsform, auch zu Auswirkungen auf das Fressverhalten der Tiere. In freier Wildbahn verbringen Pferde rund zwei Drittel ihres Tages mit der Nahrungsaufnahme. Diese findet langsam und kontinuierlich über den Tag verteilt statt.

In Boxenhaltung bekommen die Tiere meist größere Portionen Futter, aber in sehr kurzer Zeit. Nicht immer kann der Magen-Darm-Trakt damit umgehen und das Futter entsprechend verarbeiten.

Idealerweise sollte eine artgerechte Pferdehaltung also ihren Grundbedürfnissen nach Bewegung, Beschäftigung und sozialen Kontakten gerecht werden – die Haltung von Pferden in einem Herdenverband auf einer Weide ist daher ideal.

Jedoch ist unbedingt darauf zu achten, dass die Tiere jederzeit einen Unterstand aufsuchen können, der sie vor Wind und Wetter schützt. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, dass die Tiere nicht nur von oben trocken bleiben, sondern auch der Untergrund trocken ist. Stehen Pferde zu lange auf weichem nassen oder feuchten Boden, drohen schwerwiegende Erkrankungen im Huf- & Gelenkbereich.

Um einen passenden Stall zu finden, lohnt es sich also, sich nicht nur ein oder zwei Betriebe anzuschauen, sondern mehrere Optionen miteinander zu vergleichen, um den passenden Herdenverband für sein Pferd zu finden.

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